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800 Jahre Romanischer Christus

800 Jahre Romanischer Christus


Immer wieder sieht man unter der Woche dass Menschen in der Basilika vor dem Romanischen Kruzifix knien, zu Christus aufschauen und beten. Das Ottobeurer Gnadenkreuz ist der geistliche Mittelpunkt der Kirche. Immer wieder ist zu lesen, es sei "um 1220" geschnitzt worden. Wie oft schauen wir nur aus Gewohnheit auf das Kreuz? In diesem 800-Jahr-Jubiläum versuche ich, mich bewusst von Christus anschauen zu lassen und mit ihm in einen "alten" Dialog einzutreten.

Den Auftrag zur Anfertigung des Kreuzes gab der selige Abt Konrad von Ottobeuren (1194-1227, Gedenktag 27. Juli). Von ihm wird überliefert, dass Christus zu ihm gesprochen und ihm auch andere Gnaden erwiesen habe. Deshalb ließ er in Erinnerung an diese besondere Begegnung mit Christus das romanische Kreuz schnitzen, "um 1220."

Der Paulaner-Einsiedler Frater Theophilus Maria Miller de Malkowitz (+1762) wirkte als Klausner über 40 Jahre in Markt Rettenbach, später in Bad Wurzach. Er setzte sich für die Instandsetzung des beschädigten romanischen Kreuzes ein und erreichte, dass es in der neu erbauten Abteikirche auf dem Kreuzaltar seinen Platz erhielt. Das Antlitz Christi hat einen geöffneten Mund. Christus spricht. Die Krone, der goldene Strahlenkranz und die Silberbeschläge an den Enden der Kreuzbalken wurden im 18. Jahrhundert hinzugefügt. Die beiden Silberbeschläge über dem Kopf und unter den Füßen enthalten einen Dialog zwischen Christus und dem vor ihm knienden Beter. Christus sagt: "Vater, verzeihe ihnen!" (Lukas 23,34) Und der kniende Beter antwortet Christus: "O JESU mein Gott und mein Alles!"

Wie würde nun Ihre Antwort heute lauten, wenn Sie zu Christus am Kreuz aufschauen?

Literaturempfehlungen:

Erzbischof Karl Braun: "Liebstes Bild": Bruder Theophilus und das Ottobeurer Gnadenkreuz.
Lindenberg im Allgäu
Kunstverlag Josef Fink, 2017. – 48 Seiten (€ 5)

Abt Johannes Schaber OSB:
"Heilig ist dieser Ort." Die Benediktinerabtei Ottobeuren im Bild.
Lindenberg im Allgäu
Kunstverlag Josef Fink, 2019. –284 Seiten, 415 Abb. (€ 29,80)

Beide Schriften sind im Klosterladen erhältlich.


Palmsonntag 5. April

16.00 Uhr Sonderführung von Abt Johannes Schaber OSB zur Kreuzestheologie des Abtes Rupert Ness (1710-1740) im Kreuzgang des Klosters
Treffpunkt an der Klosterpforte
Eintritt frei, Dauer ca. 1 Stunde (Entfällt wegen der Corona-Epidemie!)

Karfreitag 10. April

14.30 Uhr Karfreitagsliturgie in der Basilika.
Predigt Abt em. Vitalis Altthaler OSB (Entfällt wegen der Corona-Epidemie!)


Fest Kreuzauffindung 3. Mai

10.30 Uhr Pontifikalamt in der Basilika
Zelebrant und Festprediger Bischof Markus Büchel, St. Gallen (Schweiz)


Internationaler Museumstag 17. Mai

16.00 Uhr Sonderführung von Abt Johannes Schaber OSB zur Kreuzesform der gesamten Klosteranlage, in der Abtkapelle mit der Kreuzigung Christi, der Herzkammer des Klosters, und in der Basilika.
Treffpunkt an der Klosterpforte, Eintritt frei, Dauer ca. 1 Stunde.


Seliger Abt Konrad 27. Juli

19.00 Uhr Pontifikalamt in der Basilika
Zelebrant u. Prediger Abt German ErdO.Cist., Zisterzienserabtei Stams (Österreich-Tirol)


Fest der Kreuzerhöhung 14. September

19.00 Uhr Festgottesdienst in der Basilika mit anschließender Segnung: Auflegung der Ottobeurer Kreuzpartikel
Zelebranten und Predigt: Pfarrer Guido Beck, Markt Rettenbach und Pater Superior Konrad Werder SDS, Leiter der Wallfahrt Gottesberg Bad Wurzach

Im Anschluss:

20.15 Uhr Vortrag von Pater Rupert Prusinovsky OSB: Das Ottobeurer Gnadenkreuz und Bruder Theophilus Miller. Eine spannende Geschichte!
Pfarrheim St. Michael (Rupertstr. 10)

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