Das Ottobeurer Stiftungsbild


Das Ottobeurer Stiftungsbild, ein Freso an der Decke der Basilika, hängt über der Marienorgel.

In diesem farbenfrohen Bild stattet das damals 1000jährige Ottobeuren dem Himmel den gebührenden Dank ab. Zuoberst als Vertretung des Himmels der segensreichste Schatz des Klosters, der im sog. Ottobeurer Spanischen Kreuz kostbar gefaßte Kreuzpartikel. Darunter auf den Wolken der Ordensstifter St. Benedikt mit den Stiftspatronen Petrus und Paulus (L) und den Kirchenpatronen Alexander und Theodor (R), unter denen Engel stolz den wunderkräftigen Alexandermantel zeigen, der zum Kirchenschatz gehört. Dahinter eine Schar von hl. Märtyrern, deren Reliquien das Gotteshaus hütet: Binosa, Januarius, Maurus und Bonifazius (L) sowie Benedikt, Viktoria und Pontianus (R).

Auf Erden vor dem rundum erneuerten Ottobeuren mit der Buschelbergkapelle St. Michael im Hintergrund von links nach rechts: Die heiligmäßigen Äbte und späteren Augsburger Bischöfe Neodegar und Witgar, der Stiftersohn Tagebert, vor ihm das Stifterpaar (Fundatores) Erminswint und Silach sowie deren weitere Söhne Gauzibert, Bischof von Vienne, und Toto, der erste Abt und Selige des Stiftes.

Gegenüber die seligen Äbte Konrad I. und Rupert I., der selige Papst Eugenius III., der 1152 die Stiftung in päpstlichen Schutz nahm, das hl. Kaiserpaar Karl d. Gr. und Hildegard, die die Stiftung kaiserlicherseits bestätigt (Confirmatio) und durch Schenkungen (Dotatio) vermehrt haben, sowie Kaiser Otto I., der auf Bitten der hl. Bischöfe Ulrich von Augsburg und Konrad von Konstanz das Kloster von allen Reichslasten befreit und die freie Abtswahl wieder gestattet hat (Exemptio).

Vor ihnen in Rüstung und mit Szepter, schwäbischem Wappen und Herzogshüten ein stattlicher Mann, der das Herzogtum Schwaben verkörpert, in dessen Gefilden Ottobeuren 764 gegründet wurde. Den Abschluß bildet am unteren Rand zusammen mit dem Ottobeurer Konvent (Rosette) und Stiftswappen (halber Reichsadler) ein Abt, dessen porträthafte Gesichtszüge eindeutig den 70jährigen Rupert II. Ness wiedergeben, jenen genialen Abt also, der persönlich den Grundstein nicht nur zur barocken Klosteranlage, sondern auch zu dieser großartigen Kirche gelegt hat und zwar genau unter diesem Bild im Erdreich. Ihm, der seitdem wie ein zweiter Gründer verehrt wird, überbringen zwei große Engel den Segenswunsch des Himmels:

CRESCAS IN MILLE MILLIA!

Du mögest wachsen in die Ewigkeit!
(Gen 24, 60)

Das Ottobeurer Stiftungsbild
Das Ottobeurer Stiftungsbild

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