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Hl. Theodor

Theodor Tiro (Beiname der Rekrut von Euchaïta; † 17. Februar 306)
Gedenktag: 09. November

Hl. Theodor, unser 2. Kloster- und Kirchenpatron


Nach unserem Chronisten P. Maurus Feyerabend OSB brachte der hl. Bischof Ulrich von Augsburg um 960 Reliquien eines hl. Theodor von Bischofszell nach Ottobeuren. Um welchen Theodor es sich handelt, lässt sich nicht eindeutig sagen.

Da die Reliquien aus der Schweiz kamen, handelt es sich wahrscheinlich um einen hl. Bischof, der im 4. Jahrhundert lebte und noch keinen festen Bischofsitz hatte; teils hielt er sich in Octodurum (Martigny), teils in Agaunum (St. Moritz), dann wieder in Octodurum, später in Sitten (Sedonium) auf. Als Bischof erbaute er zu Ehren der hl. Märtyrer von Agaunum die erste Kirche, nahm an einem Konzil von Aquileja (381) und an einer Versammlung von Bischöfen in Mailand (390) teil.

Wahrscheinlich verstarb er um 391. In einigen Martyrologien wird er „Bischof der Helvetier“ genannt und als Heiliger verehrt. Er hinterließ durch Wunderkraft, Wissenschaft und Heiligkeit des Lebens der Nachwelt ein hochgefeiertes Andenken. Es waren vermutlich die Reliquien dieses Bischofs, die der hl. Ulrich von Bischofszell nach Ottobeuren überführte (Vgl. Vollständiges Heiligen-Lexikon Bd, V, S. 466; hrg. von Stadler/Ginal, Georg Olms Verlag Hildesheim Zürich New York , 1996).

Bereits zu Beginn des 12. Jahrhunderts wurde der hl. Theodor schon öffentlich verehrt und galt als zweiter Kirchenpatron von Ottobeuren. Abt Rupert I. ließ einen silbernen Reliquienschrein verfertigen, in den er die Reliquien der hll. Alexander und Theodor legte. Zu dieser Zeit galt der hl. Theodor schon als Märtyrer und wurde mit dem Soldaten und Märtyrer Theodor von Euchaita im Pontus gleichgesetzt. So wurde er auch als Soldat dargestellt und sein Fest am 9. November gefeiert.



Legende

Theodor, der Legende nach soll er der Bruder des heiligen Georg gewesen sein und einfacher Soldat im Heer von Kaiser Maximian in Pontus am Schwarzen Meer, sowie ein überzeugter Christ. Als Kommandant einer Garnison in Galatien erlitt er in der letzten römischen Christenverfolgung unter Maximinus Daia in Amaseia, der Hauptstadt der ehemaligen römischen Provinz Helenopontus, den Märtyrertod. Beim Ausbruch der Christenverfolgungen wurde er 306 "verhört, grausam zerfleischt und lebendig verbrannt". Es wurde ihm u. a. vorgeworfen, er habe den römischen Tempel der Mutter der Götter (Mater Magna Tempel) in Brand gesteckt.


Vermischung der Legenden

Man geht davon aus, dass zwei Personen in der Heiligenlegende miteinander vermischt wurden. Der einfache Soldat Theodor Tiro († um 300), auch Tiro von Euchaïta genannt, wurde zu einem Bruder des ebenfalls legendären Georg des Drachentöters, kämpfte ebenfalls gegen einen Drachen und nahm schließlich die Gestalt des römischen Garnisonsführers Theodor Stratelates († 319) an. Die katholische Kirche verehrt beide in einer Person.

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