Sie sind hier: Startseite » Die Gebäude

Die Ottobeurer Krippe

Die Ottobeurer Klosterkrippe


Die Ottobeurer Klosterkrippe

Ottobeuren besitzt viele Sehenswürdigkeiten, die von Jahr zu Jahr von immer mehr Besuchern bestaunt werden. In der Advents- und Weihnachtszeit aber ist der Höhepunkt zweifellos die Krippe der Abtei. Seit einigen Jahren wird sie in der großen Tordurchfahrt unter dem Kaisersaal aufgebaut und nimmt – zur Freude von Jung und Alt – runde 7 x 3 m Fläche ein. Jedes Jahr immer etwas anders, aber stets phantasievoll drapiert, bietet sich dann das Heilsgeschehen der Adventszeit von der Verkündigung des Erzengels Gabriel an Maria in Nazareth über die Herbergssuche in Bethlehem bis zur Verkündigung der Frohbotschaft an die Hirten und die Geburt Jesu im Stall zu Bethlehem den Augen des Betrachters dar. Danach spannt sich der Bogen von der Anreise der Heiligen Drei Könige bis zu ihrer Ankunft in Bethlehem und zur Anbetung des göttlichen Kindes. Letztere Szenen sind zweifellos die prächtigsten der ganzen Krippenszenerie. Mittelpunkt des biblischen Geschehens bildet natürlich die Weihnacht, präsentiert durch die Figuren der heiligen Familie, die der weltberühmte Krippenbauer Sebastian Osterrieder auf Bestellung 1913 geliefert hat. Darum scharen sich Figurengruppen aus verschiedenen Stilepochen, hauptsächlich entstanden in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, besonders reizvoll im Biedermeier, aber auch hinein bis in die Neuzeit, in der Fr. Felizian Lutz (1898-1969) und Fr. Gebhard Mathies (1922-2012) noch viel Fehlendes und Passendes dazu geschnitzt haben.

Viele ältere Figuren jedoch tragen noch ihre originalen Gewänder der Entstehungszeit, was sie besonders kostbar und wertvoll macht. Da aber Kopf und Hände aus Holz, Ton, Wachs auf Drahtgestellen, mit Leinenstreifen oder Hanf versteift, gestaltet sind, und auch Verschmutzungen über die Jahre auftreten, ist die Gefahr immer groß gewesen, dass sie im Lauf der Zeit kaputt gehen. Doch seit einigen Jahren wird dagegen angekämpft, indem die Opfergelder der Krippe, sowie die großartige Unterstützung des Freundeskreises unserer Abtei zur Restaurierung dieser fragilen Kunstwerke verwendet werden. Dadurch soll gesichert werden, dass die Ottobeurer Klosterkrippe, die immerhin über 388 Figuren umfasst, unsere Besucher weiterhin erfreut und in Erstaunen versetzen kann. Wir sind sehr dankbar für die große finanzielle Unterstützung, denn somit können wir auch in Zukunft allen Krippenfreunden diese einzigartigen Krippenfiguren zeigen.

Aufgebaut wird diese Krippe, die eine der größten weit und breit darstellt, stets vom 1. Advent bis zum Fest Maria Lichtmess (2. Februar). Doch über diese begrenzte Zeit hinaus sei ebenso auf die Krippenausstellung im Klostermuseum hingewiesen, die von Palmsonntag bis Allerseelen, aber auch während der Weihnachtsferien allen Besuchern aus nah und fern fast das ganze Jahr über offen steht.

Nina Gockerell, Stefan Gebhard

Die Krippen des Klosters Ottobeuren

44 Seiten, 19 Abb., Format 13,6 x 19 cm
1. Auflage 2010

Kunstverlag Josef Fink
ISBN 978-3-89870-636-0
Preis 5,00 €

Die Krippe des Benediktinerklosters Ottobeuren, die in diesem Führerheft von Nina Gockerell und Stefan Gebhard umfassend gewürdigt wird, zählt aufgrund der wunderbar gearbeiteten Figuren und der Größe der Ausstellungsfläche zur Weihnachtzeit zu den Kostbarkeiten der schwäbischen Krippenkunst. Sie umfasst mehr als 300 Figuren und rund 230 Tierplastiken. Abgesehen von einer ganzen Reihe von Figuren älteren Datums, ist der Bestand hauptsächlich auf die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts bzw. das Ende des 18. Jahrhunderts zu datieren. Der größte Teil der Figuren dürfte dem süddeutsch-alpenländischen Raum entstammen.

im Klosterladen erhältlich

Wir nutzen Cookies auf unserer Website um diese laufend für Sie zu verbessern. Mehr erfahren