Sie sind hier: Startseite » Kloster » Abtwappen

Abtwappen

Wappenbeschreibung und Symbolerklärung


Beschreibung

Der Wappenschild wird gespalten von Blau und Schwarz durch eine silberne Spitze, darin ein flammendes rotes Herz. Links in Gold ein Wiegemesser (= Schaber) und ein Spatz, rechts in Gold drei Kronen und ein sechszackiger Stern. Hinter dem Schild ein goldener Abtsstab mit rotem Kreuz in der Krümme und einem Velum, überhöht von einem schwarzen Pontifikalhut mit beidseitig (1:2:3) herabhängenden schwarzen Quasten, darunter ein silbernes Schriftband mit dem Wahlspruch "DEUS CARITAS, GAUDIUM ET SPES." (Gott ist Liebe, Freude und Hoffnung)


Symbolerklǎrung

Das Wiegemesser (=Schaber) vor blauem Schild stammt aus dem Familienwappen Schaber und weist auf den Nachnamen des Abtes. Hinzugefügt wurde der Spatz als Hinweis auf den heiligen Namenspatron des Abtes: Johannes Don Bosco (1815-1888) und sein sprichwörtlich gewordenes Lebensmotto: "Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen."

Die Farben blau-gold verweisen auf die Farben der Adelsfamilie von Gemmingen, aus der zahlreiche Geistliche hervorgegangen sind. Abt Johannes ist in Gemmingen im Kraichgau (17 km westlich von Heilbronn), dem Stammsitz der verzweigten Adelsfamilie von Gemmingen, aufgewachsen.

Die drei goldenen Kronen und der Stern vor dem schwarzen Schild nehmen Bezug auf die heiligen Dreikönige und den Stern von Betlehem. Abt Johannes wurde am Dreikönigstag 1968 im Münster St. Peter und Paul zu Heilbronn am Neckar getauft. Die heiligen Dreikönige sind der Urtypus für Menschen, die nach Gott suchen (vgl. Predigt von Papst Benedikt XVI. am 6. Januar 2013 im Petersdom in Rom: "Menschen mit philosophischer Bildung"). In seiner Regel fordert der heilige Benedikt von Nursia den Abt und die Mönche dazu auf, man solle darüber wachen, wenn einer ins Kloster komme, ob er wahrhaft Gott suche (RB 58.7) Zur Gottsuche gehören für Abt Johannes Gebet und Arbeit, Gemeinschaft und Einsamkeit, Spiritualität und Studium, Philosophie und Theologie. Er selbst hat sich intensiv mit der Philosophie Martin Heideggers auseinandergesetzt ("Auf einen Stern zugehen" als Lebensthema - vgl das Dreiköngsbild des Meisters von Meβkirch in der dortigen Pfarrkirche St. Martin und Heideggers Grabstein auf dem Friedhof von Meβkirch). Der goldene Stern steht auch für die Muttergottes. Abt Johannes ist in der Pfarrei St. Marien in Gemmingen im Erzbistum Freiburg groß geworden.

Die Farben gold-schwarz sind ein Hinweis auf die goldene Rosette auf schwarzem Schild der Abtei Ottobeuren und des schwarzen Adlers auf goldenem Schild der Stadt Heilbronn am Neckar.

Der Stern weist auf das Ziel der Gottsuche. Der heilige Kirchenvater Aurelius Augustinus (354-430), über den Abt Johannes seine philosophische Magister- und seine dogmatische Lizentiatsarbeit geschrieben hat, sagt in seinen Bekenntnissen zu Gott "Unruhig ist unser Herz, bis es ruht in Dir, o Herr!" (Confessiones I.1).

Das rote flammende Herz steht für den heiligen Augustinus, aber auch für den heiligen Benedikt der uns mit seiner Regel helfen will, nach der Weisung des Evangeliums Jesu Christi zu leben. Denn dann weitet sich das Herz und man geht den Weg der Gebote Gottes in unsagbarer Freude der Liebe (RB Prol 49). Papst Gregor beschreibt im zweiten Buch seiner Dialoge die kosmische Vision des heiligen Benedikt und sagt von ihm: "Im Licht der inneren Schau öffnet sich der Grund des Herzens, weitet sich in Gott und wird so über das Weltall erhoben." (II. 25.6) Das ist das Ziel unseres monastischen Lebens.

Die Farben weiß-rot sind ein Bezug auf das Ottobeurer Abteiwappen mit silbernem halbem Reichsadler auf rotem Schild, aber auch auf den weißen Adler auf rotem Schild des Landkreises Heilbronn, in dem Abt Johannes aufgewachsen ist (Gemmingen, Eppingen, Schwaigern, Heuchelberg)

Der goldene Stab über dem Wappenschild mit einem roten Kreuz in der Krümme ist eine Anspielung auf Abt Johannes geistliche Herkunft aus dem Heimatbistum Freiburg (rotes Kreuz auf goldenem Schild).

Das Kreuz, der Stern und das Herz weisen auf das Gnadenbild ,"Unserer Lieben Frau von Eldern" in der Basilika Ottobeuren hin: Über dem Haupt der Muttergottes Maria leuchtet ein Sternenkranz, ihr Sohn Jesus Christus auf ihrem Schoβ hält die Weltkugel mit Kreuz in Händen und am Sockel des Throns brennt das flammende Herz.

Der Wahlspruch (Deus Caritas, Gaudium et Spes) lautet übersetzt: Gott ist Liebe, Freude und Hoffnung und nimmt Bezug auf drei biblische Grundbegriffe für den Glauben an Gott. Der Wahlspruch setzt sich zusammen aus dem Titel der großen Enzyklika von Papst Benedikt XVI. "Deus caritas est" (2005) und der pastoralen Konstitution "Gaudium et spes" (1965) des Zweiten Vatikanischen Konzils, in deren Vorwort sich die Konzilsväter dazu bekennen, dass die Freude und Hoffnung, aber auch die Sorgen und Ängste der Menschen die Freuden und Hoffnungen, Sorgen und Ängste der Jünger Christi sind. Dies im Blick auf die Mitbrüder und die uns anvertrauten und mit unserer Abtei verbundenen Menschen ist das Programm des Dienstes von Abt Johannes.

Wir nutzen Cookies auf unserer Website um diese laufend für Sie zu verbessern. Mehr erfahren