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Museum

Das Klostermuseum der Benediktinerabtei Ottobeuren

Das Museum wurde 1881 von P. Magnus Bernhard OSB und P. Kaspar Kuhn OSB gegründet. Damit entstand, nach Kaufbeuren (gegr. 1879), das zweitälteste Museum im Allgäu.

Die heutige Präsentation stammt von 1984 durch P. Ägidius Kolb OSB. An einer Neukonzeption des Museums wird derzeit gearbeitet. Die neue Präsentation soll in den nächsten Jahren umgesetzt werden.

Drei Besonderheiten zeichnen das Museum aus:

Der Ort : Das Museum befindet sich in einer Klosteranlage in der auch heute noch Mönche nach der Regel des Hl. Benedikt leben – und dies ununterbrochen seit 1250 Jahren (trotz säkularistionsbedingter Aufhebung von 1802 bis 1834).

Die Ausstellungsräume selbst sind ein Kunstwerk von hohem Rang: diese ehemaligen Repräsentationsräume des Reichsabtes und der ehemaligen barocken Gemäldegalerie sind prächtig ausstuckiert (J.B.Zimmermann, Maini) und ausgemalt (Amigoni, Erler, Spiegler). Besondere Highlights sind die Räume Bibliothek, Theatersaal und Kaisersaal.

Die Objekte: Zwar ging ein großer Teil der Ausstattung der Abtei mit der Säkularisation verloren, doch auch die verbliebenen sakralen Kunstobjekte (Plastik und Malerei des 14. bis 18.Jhdts.), Austattungsstücke wie Möbel, Öfen, Uhren und Teile der ehemaligen Klosterapotheke geben einen Eindruck von der kulturellen, religiösen und politischen Bedeutung des alten Reichstiftes.


Der Rundgang:

In ersten Raum (ehemaliger Kanzleiraum) werden namhafte Künstler des Gesamtbauwerkes vorgestellt: Selbstportraits der Maler J. Amigoni (Kopie, tätig in den Abteiräumen von 1719 bis 1729) und der beiden Maler der Basilika Johann Jakob und Franz Anton Zeiller, außerdem Entwürfe der Deckenfresken der Kirche und Tonbozettis des Bildhauers Josef Christian.

Der nächste Raum (ehemaliger Kanzleiraum) zeigt den Kunstsinn des Klosters zur Blütezeit der Gotik im allgäu-schwäbischen Raum. Maßwerk und Chorgestühlteile lassen die Ausstattung der Klosterkirche zur Zeit der Gotik erahnen. Dazu kommen Plastiken des 15. und 16. Jhdts.: Auferstehungsheiland, Hl. Leonhard. Hl. Papst Gregor u. a..

Im folgenden Raum (auch ehemaliger Kanzleiraum) begegnen wir dem Wirken des Abtes Kaspar Kindelmann OSB, unter dem die Kunst der Renaissance in Ottobeuren Eingang fand: als herausragendes Stück der Flügelaltar des Abtes mit Darstellungen der Passion, außerdem die Tabernakeltüre der früheren Klosterkirche und ein Aktenschrank aus der Kanzlei des Klosters.

Im Durchgang finden sich Kopien der ältesten und wichtigsten Dokumente der Hausgeschichte und Hinweise auf die naturwissenschaftliche Forschung im Kloster.

Mit dem Empfangssaal beginnen die Repräsentationsräume des Reichsabtes. Sehenswert hier der Stuck von J. B. Zimmermann, das Deckengemälde von P. Magnus Remy OSB, der Erd- und Himmelsglobus von 1790 und die Fayencen und das Porzellan verschiedener Manufakturen.

Im Anschluss das Audienzzimmer des Reichsprälaten mit den Gemälden der großen Äbte und Bauherren der Barockzeit.

Im Speise- bzw. Gesellschaftszimmer (Stuck von J. M. Feichtmayr, Deckengemälde von F. A. Zeiller) befinden sich drei Ovalbilder von F. A. Erler mit einer Darstellung der Hl. Dreifaltigkeit nach einer Vision der Hl. Kreszentia von Kaufbeuren. Mit ihr stand das Kloster in enger Verbindung.

Am Flurende können Sie einen Querschnitt der kulturellen Breite und Blüte des Reichstiftes sehen: vom hohen Stand des Handwerks zeugen die Bilder vom Erbauer der Basilika-Orgeln, dem Ottobeurer K. J. Riepp mit seiner Familie, von J. M. Klein, dem Erbauer des Kirchendachstuhls und vom Orgelbauer Holzhey (Orgel in Neresheim). Der große intarsierte Schreibschrank stammt vom Ottobeurer Schreinermeister Fröhlich. Das Richtschwert symbolisiert die Rechtspflege im Stiftsgebiet und die hohe Gerichtsbarkeit des Reichsabtes. Gegenstände aus der einstigen Reichstifts-Apotheke zeigen wie das Kloster seine soziale Verantwortung im Bereich der Gesundheitsfürsorge ausgeübt hat.

Im anschließenden Raum begegnen Sie dem Kunstschaffen eines Meisters der späten Gotik, der als „Ottobeurer Meister„ und auf Grund seiner Schnitzart als „Meister des Parallelfaltenstils" in die Kunstgeschichte eingegangen ist. Als Hauptwerke sehen Sie Verkündigung und Geburt Christi (um 1525) und eine Apostelgruppe.

Die Schnitzwerke des folgenden Raumes (9) stellen die Ausstattung der vorigen Klosterkirche dar, die unter Abt Kaspar Kindelmann OSB errichtet und 1558 geweiht wurde. Die beeindruckenden Reliefs stellen die Passions- und Ostergeschichte dar.

In den weiteren Räumen können Sie Kleinplastiken und religiöse Volkskunst sehen, ebenso Pläne und Modelle zur Baugeschichte der barocken Klosteranlage.


Ein Highlight ist der Blick in die barocke Klosterbibliothek, deren Stuck von J. B. Zimmermann und deren Deckengemälde von Elias Zobel stammen. Der lichte Raum wird eingefasst von den Bücherregalen, die sich in einer von 44 Säulen getragenen Galerie fortsetzen und einen Bestand von ca. 15.000 Druckwerken (16.-18. Jhdt.) aufweisen.

Ein Teil ist aus konservatorischen Gründen inzwischen ausgelagert. Den Zweck der Bibliothek beschrieb der Erbauer Abt Rupert Ness OSB in einer Inschrift an der Frontseite: „Palast der Musen - Bollwerk der Religion - sich zum Andenken".


Über die Abtskapelle mit Bildern von Jacopo Amigoni gelangen Sie in den Theatersaal. Dieser zeugt von der Bildungstradition des Klosters (um 1800 waren ca. 200 Schüler im Haus). Das Deckengemälde von F. J. Spiegler zeigt die Allegorien von Komödie und Tragödie. Von den Schülern gespielt wurden klassische antike und biblische Werke, aber auch für aktuelle Anlässe geschriebene Stücke.

Der Rundgang führt weiter zum sog. „Krippenzimmer" mit einer Dauerausstellung über die Barockkrippe des Klosters.

Anschließend führt der Weg zum Kaisersaal: Der Saal ist der größte Repräsentationsraum des Reichstiftes. Das Deckengemälde zeigt die Krönung Kaiser Karls d. Gr. Die Ausstattung mit 16 Statuen der Habsburger Kaiser gibt dem Saal einen monumentalen Charakter, der verspielte Stuck italienischer Meister verleiht dem Raum einen heiter-beschwingten Zug.




Im Flur des Erdgeschosses geben Infotafeln einen Einblick in das klösterliche Leben heute.

Der Besuch der Klostercafés und des Klosterladens runden die Besichtigung harmonisch ab.

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Hinweis:
Die barocke Bibliothek wird derzeit noch saniert (Statik) und restauriert (Deckengemälde, Stuck) Im Laufe des Jahres 2018 kehren die zur Zeit ausgelagerten Bücher zurück und der Raum wird wieder zu besichtigen sein.

Öffnungszeiten:

Palmsonntag bis Allerheiligen täglich 10 bis 12 Uhr und 14 bis 17 Uhr und
26. Dezember bis 06. Januar täglich von 10.00 bis 12.00 und 14.00 bis 16.00 Uhr
(Einlass jeweils bis 20 Minuten vor Schließung)

- Am Karfreitag bleibt das Museum geschlossen.
- In den übrigen Zeiten Öffnung für Gruppen nach vorheriger Anmeldung über die Klosterpforte.
- Behindertengerechter Zugang zum Museum im 2. Stock über einen Aufzug. Melden Sie sich bitte an der Klosterpforte am Eingang.
- Kostenlose Parkplätze, auch für Busse, vor dem Koster.


Museumspädagogische Angebote für Schulklassen:

1. Die mittelalterliche Schreibstube im Kloster

Alter: 1.- 4. Klasse abgestimmt auf den Lehrplan der 1.- 4. Jahrgangsstufe
Dauer: 90 Minuten, anpassbar bis 180 Minuten
Durchführung: museumspädagogische Fachkräfte

Die Teilnehmer machen zusammen mit der Museumspädagogin eine Zeitreise ins Mittelalter. Wesentlicher Bestandteil des mittelalterlichen Klosters war die Schreibstube, das sogenannte Skriptorium. Damals musste jede einzelne Buchseite von Hand abgeschrieben werden. Schließlich gab es keinen Computer, Drucker oder Kopierer. Doch wie kann man ein Buch ohne Papier herstellen? Und wozu braucht man Gänsefedern und Rinderhörner? Die Teilnehmer probieren die alten Techniken selbst aus und versuchen sich als mittelalterliche Schreiber und Buchmaler in der klösterlichen Schreibstube. – Bitte frühzeitig buchen.

Kosten: 3,50 € pro Kind (inklusive Material)

2. Leben in einem Benediktinerkloster

Alter: 1. - 4. Klasse abgestimmt auf den Lehrplan der 1.- 4. Jahrgangsstufe
Dauer: 90 Minuten, anpassbar bis 180 Minuten
Durchführung: museumspädagogische Fachkräfte

Im Rahmen eines Rundgangs mit Praxissequenzen setzen sich Grundschulkinder mit der aktuellen Lebenswelt der Benediktinermönche im Kloster Ottobeuren ausein-ander und entdecken ihre klösterliche Welt. Ein spannender Entdeckungsrundgang durch das Kloster beginnt: Was bedeutet zum Beispiel der Ausspruch „Ora et labora et lege“ des heiligen Benedikt? Welche Rolle spielt er im Leben der Mönche? Welchen historischen Hintergrund hat das Kloster, in dem die Mönche leben? Welche Kleidung tragen die Mönche und wie verbringen sie ihre Zeit?

Kosten: 3,50 € pro Kind (inklusive Material)

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