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Patrozinium St. Alexander 2019

Patrozinium St. Alexander mit Abt Michael Reepen OSB

Zum Patrozinium kam in diesem Jahr Abt Michael Reepen OSB von der Benediktinerabtei Münsterschwarzach nach Ottobeuren. Zwischen den beiden Klöstern wurde 1227 eine Gebetsverbrüderung geschlossen. Patronin der Abtei Münsterschwarzach ist die heilige Felizitas, die Mutter unseres Ottobeurer Patrons Alexander und seiner sechs Brüder. Im Blick auf das Martyrium des heiligen Alexander (+162) predigte Abt Michael mit einem kleinen Kelch, den er vorzeigte. Ihn hatte Br. Wenzeslaus von Münsterschwarzach, der als Missionar in der Abtei Tokwonin Nordkorea wirkte, am 11. Mai 1949 eingepackt, als die Mönche von Tokwon aufgefordert worden waren, im Falle einer Verhaftung durch die Kommunisten ein paar persönliche Dinge zu richten. Der Kelch von Br. Wenzeslaus begleitete die verhafteten Mönche und Tutzinger Schwestern durch das Gefängnis von Pyongyang, das Lagerleben in einer abgelegenen Berggegend und während der grauenhaften Flucht im Winter 1950 zur chinesischen Grenze. Er wurde benützt beim letzten Gottesdienst in Nordkorea am 8. Januar 1954. In der ständigen Nähe des Todes ermöglichte die Eucharistie Leben. Die Flucht von Br. Wenzeslaus und anderen Missionaren ist geglückt und er hat ihn dann nach Münsterschwarzach mitgebracht. 38 Christen, darunter Missionare, Ordensschwestern, Priester und engagierte Laien sind auf grausame Weise gestorben. Für sie haben die Christen Südkoreas einen Seligsprechungsprozess eingeleitet.

"Bist du bereit für Christus zu sterben?" – so wurden die Missionare bei der Missionsaussendung gefragt. Das klingt heroisch, aber wie es in der Chronik über das Schreckensjahr der Yenki Mission heißt "Ihr Leben und ihr Tod waren ohne Pathos, ohne Phrase, ohne Romantik, sie wollten nicht geschont werden, nicht bedauert, nicht bewundert. Von ihrem Heldentum zu reden ist beinahe eine Beleidigung ...."

Bist du bereit für Christus zu sterben? Was würden wir nach dem feierlichen Gottesdienst draußen vor der Kirche antworten, wenn man uns fragen würde? Vielleicht kämen wir etwas ins Stottern – ja, im Prinzip schon... Jesus ist ja auch für uns gestorben... Wir würden wahrscheinlich etwas rudern, ein klares ja zu sagen und es auch zu meinen. Das Blut der Martyrer von Korea hat Frucht gebracht. Das Blut der heiligen Felizitas und ihrer sieben Söhne auch.

Seit Jahrhunderten leben in Münsterschwarzach und Ottobeuren Benediktinermönche. Unsere Botschaft ist vielleicht weniger das Predigen, vielmehr unser konkretes Leben wie wir miteinander umgehen, wie wir das Kreuz unseres persönlichen Lebens tragen. Es kommt darauf an, wie wir vertrauen und hoffen. Das Leid und das Kreuz sind nicht das Ende, sondern der Anfang der Auferstehung! Das verbindet uns mit der heiligen Felizitas und ihren Söhnen wie auch mit den Märtyrern von Korea. Lassen wir unseren Glauben von ihrem Zeugnis stärken.

Dietrich Bonhoeffer konnte im Alter von 38 Jahren im Gestapogefängnis in Berlin zum Jahreswechsel 1944/45 kurz vor seiner Hinrichtung schreiben:

"Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist mit uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag. Und reichst du uns den schweren Kelch, den bittern, des Leids gefüllt bis an den höchsten Rand, so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern aus deiner guten und geliebten Hand."

Nach dem Gottesdienst wurde den Gläubigen der Alexander-Mantel aufgelegt und dabei für sie um körperliche und seelische Gesundheit gebetet, in Erinnerung daran, dass bei der Übertragung der Reliquien des heiligen Alexanders (764) im italienischen Lucca eine schwerkranke Frau den Mantel berührte, der über den Sarkophag gelegt war, und geheilt wurde.

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